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Sicherheit oder Risiko – welcher Weg führt ans Ziel?

Welcher Weg ist der sinnvollere? Und worin genau besteht der Unterschied? Der deutsche Sparer treibt wie ein toter Fisch mit dem Strom Richtung Sicherheit. Doch wer an die Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen. Und wir zeigen Ihnen, wie der deutsche Sparer bewusst gegen den Strom schwimmen kann und das jedes Risiko in Wahrheit keines ist, sondern seine einzige Chance.

Verbraucherzentralen und sämtliche selbsternannten und vermeintlichen Experten raten dem „kleinen Mann“ in aller Regel und immer wieder zu Geldanlagen, die „sicher“ sind. Genannt werden hier die so genannten traditionellen Produkte von Banken, Bausparkassen und Lebensversicherungen, manchmal auch risikoarmen Investmentfonds. Alles andere sei viel zu risikoreich für ihn.

Der Freie Berater hat bereits mehrfach über die wirklichen Risiken von solchen Geldwertanlagen berichtet. Das soll hier nicht wiederholt werden. Heute gilt unser Blick einer ganz anderen Thematik.


Sicherheit vorausgesetzt

Wir wollen an dieser Stelle die so gepriesene Sicherheit traditioneller Angebote nicht in Frage stellen und einfach einen Blick darauf werfen, was den deutschen Sparer bei der Wahl dieser Produkte erwartet bzw. wie dessen Altersvorsorge mit diesen Produkten aussieht, um dann zu betrachten, worin genau das immer betonte „Risiko“ besteht. Dazu ein Beispiel:

Die durchschnittliche Sparrate in Deutschland liegt bei rund 200 Euro pro Monat. Die private Zusatzrente sollte 1.000 Euro pro Monat betragen, damit ein Rentner seinen Lebensstandard behalten und sichern kann (siehe Berechnung Sparzielberechnung mit Hinweis).


Versorgungsziel nach Inflation

Für einen 32-jährigen Verbraucher bedeutet das, dass er im Alter von 67 Jahren und einer angenommenen Geldentwertung von 3 Prozent jährlich (siehe hierzu Bericht „Mit Sichereit zum Sozialamt – ist das nicht super?“ in Ausgabe II/2010) eine monatliche Zusatzrente von ca. 2.800 Euro benötigt.



Ergebnis einer Lebensversicherung

Wer monatlich 200 Euro beispielsweise in eine Lebensversicherung investiert, kann nach einer Laufzeit von 35 Jahren mit einer Schlussauszahlung von rund 149.000 Euro rechnen. Das heißt, unser Rentner wird sodann im Alter von 67 Jahren diese rund 149.000 Euro als Alterssicherung erhalten.


Sicherheit ???
Sicher zum Sozialamt !!!

Doch wie viel ist diese Sicherheit tatsächlich wert? Da unser Beispielsrentner monatlich 2.800 Euro benötigt, genügt diese Kapitaldecke gerade einmal für 53 Monate, sprich 4,4 Jahre. Das bedeutet, dass unser Rentner selbst bei sicherer Anlage dieses seines Kapitals, womöglich bei seiner Hausbank für um die 2% Jahreszinsen, spätestens im Alter von 71 Jahren ohne jede Privatversorgung dasteht, da sein Kapital bereits aufgebraucht ist. Mit anderen Worten: Der Sparer investiert 35 Jahre lang 200 Euro monatlich, um im Alter von 71 Jahren zum Sozialamt zu gehen!

Das einzige, das wirklich sicher ist, ist, dass dieses Sparverhalten früher oder später immer zum Sozialamt führt!

Die Crux: Dieses Sparverhalten gilt in Deutschland als sicher, seriös, solide und gut (siehe Tabelle).


Die Alternativen sind die Angebote, die von Verbraucherzentralen und sämtliche selbsternannten und vermeintlichen Experten als risikoreich und „nichts für den kleinen Sparer“ betitelt werden. Und weil alle hier ein großes Risiko sehen, möchten wir uns dieses einmal genau betrachten. Denn die Frage ist doch, worin das wirkliche Risiko eines Sparers besteht, der auf risikoreichere, aber auch chancenreichere Anlagen setzt?


Worst-case Betrachtung

Betrachten wir uns einfach den schlimmsten Fall: Ein Sparer würde seine Altersversorgung auf ein Investment stützen, das kurz vor Eintritt in die Rente Totalverlust erleiden würde. Unser Rentner würde somit keinen Cent aus seiner „chancenreichen“ Anlage zurück erhalten. Was würde das für ihn bedeuten? Ergebnis: Dieser Rentner müsste dann mit 67 Jahren zum Sozialamt. Dieser Rentner, der alles auf „Risiko“ gesetzt hat, müsste somit vier Jahre früher zum Sozialamt gehen als derjenige, der sein Leben lang auf „sichere“ Geldanlagen gesetzt hat. Der Unterschied besteht somit in den vier Jahren, die der eine früher als der andere zum Sozialamt gehen muss! Abermals, der sicherheitsorientierte Sparer geht garantiert mit 71 zum Sozialamt.


Doch was, wenn…

Damit haben wir den schlechtesten Fall betrachtet. Doch was, wenn unser Anleger wirklich eine zweistellige Rendite erwirtschaften würde? Bei angenommen 10 Prozent jährlich ergäbe sich ein Endkapital von rund 680.000 Euro. Dieses dividiert durch die 2.800 Euro monatliches Versorgungsziel ermöglichen mindestens 242 sorgenfreie Monate und damit eine Versorgung bis ins 87. Lebensjahr!


Einzige Chance

Das Setzen auf risikoreiche (wie es allgemein genannt wird), aber auch chancenreiche (wie man es positiv ausdrücken kann) Kapitalanlagen ist die einzige, wirklich die einzige Chance auf ein angemessenes und sorgenfreies Leben im Ruhestand.

Das größte Risiko besteht also darin, dass man 4,5 Jahre früher zum Sozialamt gehen muss als der Nachbar, der auf Sicherheit gesetzt hat. Dieser geht jedoch sicher mit 71 zum Sozialamt. Wogegen unser „chancenreicher“ Anleger zumindest die Chance auf ein sorgenfreies Rentnerdasein hat!

Ergebnis:
Entweder auf Sicherheit setzen und damit heute schon sicher wissen, mit 71 zum Sozialamt zu müssen, oder Chancen nutzen – durch das bewusste eingehen eines überschaubaren Risikos und damit die einzige Chance auf ein sorgenfreies Rentnerdasein zu nutzen.

>> Der Freie Berater Ausgabe III 2010, "Sicherheit oder doch besser Risiko?"
>> Der Freie Berater Ausgabe II 2010, "Mit Sicherheit zum Sozialamt - Ist das nicht super?"
>> Der Freie Berater Ausgabe IV 2009, "Die Alternative zum Risiko ist nicht Sicherheit ..."
>> Der Freie Berater Ausgabe I 2008, "Nur wer wagt der gewinnt"
>> Der Freie Berater Ausgabe III 2006, "Richtig oder besser gar nicht"